Pressestimmen zu "Primadonna Assoluta - Ein Abend mit Maria Callas und Giuseppe di Stefano":



Rezension Musical-Zeitung, 04.02.2019
„Primadonna Assoluta - Ein Abend mit Maria Callas und Giuseppe di Stefano“


Die Geschichte von zwei großen Stars der Opernbühne unterhaltsam aufzubereiten, ist schon eine große Leistung. Denn sind es nicht oft gerade die Bühnengrößen der Oper, die als unnahbar gelten? Die Produktion „PRIMADONNA ASSOLUTA“ setzt Maria Callas und ihren Kollegen Giuseppe die Stefano gekonnt in Szene. Der Hamburger Engelsaal wirft dabei schöne Streiflichter auf die Karriereetappen der Sopranistin und das künstlerische Zusammenwirken mit ihrem Bühnenpartner. Dabei spannt die Geschichte einen Bogen vom biografischen Hintergrund der Sängerin bis zu ihren großen Höhepunkten und Erfolgen. Die Inszenierung lässt die Callas aus ihren frühen Tagen erzählen und vom Bezug zum weltbekannten Lied „La Paloma“. In diese sinnierende Stimmung hinein platzt dann geradezu der lebensfrohe Giuseppe die Stefano auf den Weg zur gemeinsamen Garderobe. Es ist ein Ort, an dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. So kann man als Zuschauer erleben, wie unterschiedlich die beiden Interpreten ihren Berufsalltag handhaben, aber im Gesang immer harmonisch zueinander finden. Es ist die Musik, die zwei unterschiedliche Persönlichkeiten verbindet und es ist auch eben die Musik, in der die beiden Stars fortleben.

Als aufmerksamer Zuschauer erlebt man die glaubhaft gespielten charakterlichen Eigenarten einer großen Sängerin. Eindrucksvoll werden typische Momente aus dem Berufsalltag eines Opernstars von der Probe bis zum Garderobendialog nachgezeichnet. Das verleiht der Figur eine besondere Nähe wie auch Authentizität. Zugleich ist es auch die Kontinuität der Art und Weise, wie beide Figuren im beruflichen Zusammenwirken inszeniert werden, die überzeugt.

Denn aus der Gegensätzlichkeit der beiden Figuren entsteht eine spürbare Dynamik. Während sich die „Callas“ als beflissene und selbstbewusste Persönlichkeit ihren Raum schafft, wirkt die Bühne für ihren „Karrierebegleiter“ wie ein Arbeitsplatz, zu dem er sich nur beruflich hingezogen zu fühlen scheint. Das Publikum erlebt die Figur dafür desöfteren Mal ein schönes Schlückchen in der Szenerie der Garderobe genießend oder beim flüchtigen Naschen auf dem Weg zur Bühne. Das ist beispielhaft dafür, wie die Figur von Moment zu Moment zu leben scheint, wobei auch der große Auftritt wiederum nur einen weiteren Moment bildet. Die Bühne scheint dabei für den Bühnenpartner der „Callas“ nicht attraktiver als der gemütliche Platz in der Garderobe. Was die einen als mangelnde Disziplin betrachten mögen, mag für die anderen nur einfach Ausdruck der Dolce Vita- Mentalität eines waschechten Italieners sein.

Auf alle Fälle geht Hendrik Lücke schauspielerisch und stimmlich in seiner Rolle als Giuseppe die Stefano auf. Genau wie Miriam Sharoni in der Rolle der Maria Callas bildet auch er optisch in verblüffender Weise ein Abbild des dargestellten Bühnenstars. Die großen Portraits der Stars auf jeweils einer Seite der Bühne scheinen daher weniger wie Fotografien als beinahe schon wie ein Spiegel. Beide Darsteller spielen in spürbarer Harmonie ihre Rollen.

Auch das sorgt für Momente, in denen man glauben könnte, Ausschnitte aus einem Konzert der beiden Stars von einst zu sehen. Die Figuren sind gut durchdacht in der Art und Weise, wie sie das Image der Stars nachbilden oder auch populäre Szenen nachstellen. Das ist zum einen dem Buch des Karl-Heinz Wellerdiek und zum anderen der Regiearbeit von Gero Erhardt zu verdanken. So ist die Produktion nicht nur ein berührendes Andenken an zwei große Bühnenstars der Opernwelt, sondern auch an den großen Prinzipal des Hamburger Engelsaals.Musical-Zeitung.de meint: "Ergreifende Momente und fesselnde Stimmen!". Musikalität.

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